

Wenn Sie in der Vergangenheit schon einmal eine Software lokalisiert haben und das Endergebnis nicht zum Erfolg geführt hat, lag das wahrscheinlich nicht nur an Übersetzungsfehlern oder straffen Deadlines. Oft kommt es zu Problemen, wenn der Fokus ausschließlich auf sprachlicher Genauigkeit liegt – und dabei Fachverständnis, Benutzererfahrung oder langfristige Kohärenz vernachlässigt werden.
Im August 2023 wurde ich Mitglied eines Teams, das bereits an der Lokalisierung einer medizinischen Software arbeitete. Die Software war ein Medizinprodukt der Klasse IIa zur Erstellung strukturierter Endoskopieberichte und wurde unter dem Namen „NXD“ unter anderem in Italien, Frankreich und Spanien vermarktet. Das ursprünglich in deutscher und englischer Sprache entwickelte Produkt sollte nun auch auf Italienisch flüssig klingen und medizinisch präzise sein.
Der Kunde Nexus / E&L GmbH konnte sich keine Unklarheiten leisten. Und auch keinen Lokalisierungspartner, der sich ausschließlich auf Wörter konzentriert. Hier kam ich ins Spiel.
Den Ausgangspunkt bildete MST 3.0 – die Minimal Standard Terminologie für die gastrointestinale Pathologie. Dabei handelt es sich nicht um reinen Fachjargon. MST bietet die strukturierte Terminologie, die Ärzte bei einer genauen Beschreibung medizinischer Befunde erwarten. Hier wirkt sich Präzision unmittelbar auf die Patientensicherheit und die Benutzerfreundlichkeit des Systems aus.
Mithilfe von MemoQ entwickelte ich zunächst ein Glossar auf der Grundlage von MST 3.0 und nahm bei der Übersetzung Bezug auf spezielle Quellen wie den Prometheus Anatomie-Atlas und die medizinischen Empfehlungen der SIED (Società Italiana di Endoscopia Digestiva). Zusätzlich lokalisierte ich medizinische Klassifikationssysteme wie Paris, Kudo und Los Angeles und stellte sicher, dass die italienischen Versionen die gleiche klinische Genauigkeit wie die Originaltexte aufweisen.
Alle im Projektmanagement wissen, dass auch eine „korrekte“ Übersetzung holprig, uneinheitlich oder unnatürlich wirken kann.
Nach Abschluss der Terminologiearbeit konzentrierte ich mich also darauf, das semantische Datenmodell der Software zu optimieren. Ich stellte Phrasen so um, dass sie flüssiger und natürlicher klangen, nahm Anpassungen der Adjektive hinsichtlich des grammatikalischen Geschlechts vor und führte gezielte Tests durch, um Fehler und Abweichungen zu identifizieren. Jede Anpassung wurde mit Blick auf den Endbenutzer vorgenommen – die Ärztinnen und Ärzte, die das System in Echtzeit verwenden.
Als die Messe „Endolive Roma“ kurz bevor stand, stand auch das Team zunehmend unter Druck. Ich stockte meine Stunden auf, um die Lokalisierung, die Tests und die Marketingunterlagen rechtzeitig zum Launch fertigzustellen. Dazu gehörte auch die Übersetzung der Vertriebsbroschüre.
Gleichzeitig übernahm ich proaktiv Aufgaben, um die interne Lokalisierungsmanagerin zu entlasten – ich löste Probleme selbstständig und führte Tests durch, um Änderungen zu überprüfen. Der Kunde konnte sich auf die Vorbereitung der Messe konzentrieren und sich darauf verlassen, dass die italienische Version korrekt und einsatzbereit war.
Bei der Lokalisierung medizinischer Software sind die größte Agentur oder der niedrigste Preis häufig nicht die beste Lösung. Am meisten profitieren Sie von der Zusammenarbeit mit einer Person, die die Bedeutung des Projekts erkennt, den fachlichen Inhalt erfasst und sich in Ihre Abläufe einfügt – und nicht nur Text liefert.
Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war ein umfassend lokalisiertes, marktreifes Produkt, das dem italienischen Fachpublikum überzeugend präsentiert werden konnte.
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Lassen Sie mich dafür sorgen, dass Ihre Software die richtige Sprache spricht – präzise, natürlich und zuverlässig.
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