

Warum ausgerechnet Nürnberg?, fragen mich die Leute oft, wenn ich ihnen von meinem bevorstehenden Umzug erzähle. Gefolgt von: Wo genau liegt denn Nürnberg?
Nicht Bayern, sondern Franken. 2 Stunden nördlich von München, 2 Stunden östlich von Frankfurt, 3 Stunden westlich von Prag, etwas mehr als 4 Stunden südlich von Berlin. Nur um sich ein wenig zu orientieren.
Auch meine Entscheidung basiert auf dem Zusammentreffen einiger Himmelsrichtungen: Kunden, freundliche Bekannten, die Universität, an der ich mich einschreiben werde, die Fränkische Schweiz zum Klettern, Garmisch und die Seen für den Wintertourismus.
Es ist noch genau ein Monat. Zunächst werde ich Ende September mit dem Zug und dem Fahrrad fahren, in der Stadt ankommen, die Schlüssel für die Wohnung abholen, ein paar Besorgungen machen, um sie zu personalisieren, ein paar Spaziergänge von zu Hause aus unternehmen, um mich mit der Gegend vertraut zu machen, nützliche Dienstleistungen zu identifizieren, die zu Fuß zurückzulegenden Strecken zu erkunden. Dann, am 1. Oktober 2025, werde ich die erste Autofahrt unternehmen. Ich beabsichtige, das Auto so wenig wie möglich zu benutzen. Nach Jahren obligatorischer Autofahrten, da ich in einer Hügelgemeinde in Italien wohnte, kann ich es kaum erwarten, mich zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen zu können.
Als Übersetzerin war ich stets zwischen der Notwendigkeit hin- und hergerissen, im Land der Zielsprache zu leben (meiner Muttersprache, l'italiano), und der Notwendigkeit, geografisch nah bei meinen Kunden oder potenziellen Kunden zu sein. Ich glaube, dass sich momentan die zweite Option mehr auszahlen könnte. Ich werde mir sechs Monate Zeit nehmen, um herauszufinden, ob das etwas für mich sein könnte, um neue Gewohnheiten zu entwickeln, um auf andere Weise zu netzwerken.
Abrissparty sagt man auf Deutsch für eine Abschiedsfeier in einem Haus, das abgerissen oder renoviert werden soll, bei der das Haus vandalisiert wird. Ich hingegen habe nicht vor, meine Erinnerungen in diesem Haus, in diesem Land zu vandalisieren. So werde ich im September meine amici verabschieden, einen Vorrat an Büchern auf Italienisch anlegen, mich von den Städten und Tälern und montagne verabschieden.
In einem Monat wird sich alles ändern. Die vertrauten Geräusche meines Dorfes werden durch das urbane Leben einer deutschen Stadt ersetzt werden. Statt der gewohnten colline werde ich fränkische Landschaften entdecken. Es ist gleichzeitig aufregend und beängstigend – wie alle wichtigen Lebensentscheidungen. Aber ich bin bereit für dieses Abenteuer. Bereit, meine Komfortzone zu verlassen und zu sehen, was das Leben für mich bereithält. Denn manchmal muss man den Mut haben, alles hinter sich zu lassen, um vorwärts zu gehen. Arrivederci Italia, hallo Nürnberg.
Seid ihr neugierig auf meine nächsten Schritte in Deutschland? Schaut gerne auf meiner Website ("Kontakt") vorbei, um herauszufinden, bei welchen Veranstaltungen und Events ich in den kommenden Monaten dabei sein werde – vielleicht begegnen wir uns ja irgendwo zwischen Nürnberg und eurer Stadt.
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