


Ich bin vor knapp vier Wochen aus Modena, Italien, nach Nürnberg gezogen. Warum ausgerechnet Nürnberg? Darüber habe ich im letzten Post gesprochen.
Am 25. Oktober habe ich mir jetzt einen langgehegten Traum erfüllt: auf einem Flohmarkt zu arbeiten. Während meiner Zeit in Berlin hat mir meine damalige Mitbewohnerin mit leuchtenden Augen von einem Flohmarkt erzählt, bei dem sie mit ihrer Oma zusammen verkauft hat. Diese Geschichte hat mich damals sehr bewegt.
Und jetzt, Jahre später, war es endlich so weit: Ich stand selbst auf einem Flohmarkt. Zwar war ich die einzige Italienerin unter lauter Deutschen, aber die warmherzige Aufnahme in die Gruppe hat mich tief berührt.
Seit 2022 arbeite ich als freiberufliche Übersetzerin und habe mich auf Outdoor Sports spezialisiert. Diese Entscheidung fiel mir leicht, denn ich fahre seit meiner Kindheit Ski und bin seit fünf Jahren begeisterte Skitourengeherin. Außerdem liebe ich das Wandern und Klettern – die Berge haben es mir einfach angetan.
Ich hatte Nürnberg schon zweimal besucht, bevor ich die Entscheidung traf, hier dauerhaft hinzuziehen. Das Frankenjura war dabei einer der Hauptgründe für meinen Umzug.
Als ich noch in Italien lebte, war ich Mitglied im Italienischen Alpenverein (CAI). Jetzt, da ich in Nürnberg wohne, möchte ich gerne DAV-Mitglied werden. Das habe ich auch in meiner Anmeldung erwähnt, als ich mich für die ehrenamtliche Arbeit beim Ski- und Snowboard-Flohmarkt des DAV beworben habe. Mein Angebot zur Mithilfe wurde von den DAV-Mitgliedern auch sehr gerne angenommen.
Am Samstag, dem 25. Oktober, um 9 Uhr bin ich am Treffpunkt angekommen. Ich muss zugeben, es war nicht ganz einfach für mich: Am Vorabend war ich bei einem Stammtisch unter Übersetzern und Dolmetschern gewesen, hatte wenig geschlafen und brauchte am Samstagmorgen erstmal eine Weile, um richtig wach zu werden. Es blieb kaum Zeit, mich umzuziehen, doch dann wurde ich schon herzlich von einem Senior-Mitglied begrüßt, bekam mein Namensschild und wurde der Gruppe vorgestellt.
Es dauerte ein bisschen, bis ich den Ablauf vollständig verstanden hatte. Doch die ersten Verkäufer:innen warteten bereits! Also nutzte ich die Gelegenheit und bat eine junge Frau mit ihrer Tochter freundlich zu mir. Die Mutter füllte zunächst ein kurzes Anmeldeformular aus und beschriftete die Aufkleber mit Informationen über ihre Produkte.
Dabei half ich ihr, das Wesentliche über das jeweilige Produkt hervorzuheben, indem ich ihr Fragen zum Produkt stellte. Ich bemühte mich wirklich, die passenden deutschen Wörter zu finden – und tatsächlich waren dank meiner Arbeit als Übersetzerin in der Outdoor-Sports-Branche viele Fachbegriffe noch sehr präsent!
Zum Schluss fertigte ich eine Kopie des Blattes mit allen Aufklebern an, bevor die Kundin sie an ihren Produkten anbrachte. Dann sortierte ich die Artikel ein und verabschiedete die beiden mit einem fröhlichen: „Bis heute Nachmittag!“
Flohmärkte gehören zur deutschen Kultur einfach dazu. Und mir bedeutet es wirklich viel, an einem solchen Event teilzunehmen; es ist ein weiterer Schritt auf meinem Weg zur Integration.
Nachdem ich mich von der netten Dame verabschiedet hatte, gönnte ich mir eine kleine Pause mit Kaffee und einer Brezel. In der Zwischenzeit hatte sich draußen eine lange Schlange gebildet: Die Besucher:innen konnten es kaum erwarten, endlich hereingelassen zu werden und nach Schnäppchen zu suchen.
Ich stand ruhig an meinem Posten an der Tür, um interessierte Käufer:innen durchzulassen, während um mich herum alle begeistert nach den besten Angeboten suchten. Draußen wartete eine lange Schlange, und die Leute fragten mich neugierig: „Gibt es noch Ski für Kinder?“, „Sind auch Ski zum Skitouren dabei?“ und mehr.
Es war eine ganz besondere Atmosphäre! Die Zeit verging wie im Flug. Besonders auffällig waren die unterschiedlichen Verhaltensweisen: Ich stand entspannt am Rand der aufgeregten Menschenmenge, beobachtete in Ruhe das Treiben, während andere voller Enthusiasmus die Ware durchsuchten. Am Abend schwebte ich auf Wolken, von denen ich erst am nächsten Tag wieder herunterkam.

Mein erster Flohmarkt als Aushilfe in Deutschland war nicht nur ehrenamtliche Arbeit, sondern auch ein kleines Abenteuer und ein wichtiger Schritt in meinem neuen Lebensabschnitt in Nürnberg. Die Verbindung zwischen meiner beruflichen Expertise als Übersetzerin für Bergsportarten und der tatkräftigen Unterstützung beim Ski- und Snowboardflohmarkt war perfekt. Meine Kenntnis der passenden Fachbegriffe für Wintersportausrüstung half mir nicht nur bei der Arbeit, sondern gab mir auch Sicherheit im Umgang mit den Menschen.
Besonders berührt hat mich die warmherzige Aufnahme durch die DAV-Mitglieder und die besondere Stimmung auf dem Flohmarkt selbst. Diese Mischung aus meiner ruhigen Beobachtung und der fröhlichen Schnäppchenjagd der anderen werde ich so schnell sicher nicht vergessen.
Dieser Tag hat mir gezeigt, dass Integration mehr bedeutet als die Sprache zu lernen oder die Kultur zu verstehen. Es geht darum, aktiv dabei zu sein, sich einzubringen und Teil von etwas zu werden. Der DAV-Flohmarkt findet zwar nur einmal im Jahr statt, aber ich freue mich schon sehr auf das nächste Mal und auf viele weitere Möglichkeiten, mich hier einzuleben.
Diesen Artikel habe ich in 3,5 Stunden fertiggestellt und lektorieren lassen. Kann ich Ihnen beim Verfassen von Artikeln auf Italienisch helfen? Das geht deutlich schneller, weil Italienisch meine Muttersprache ist.
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